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Augen zu, einschlafen und am nächsten Morgen erholt aufwachen – für die einen selbstverständlich, für die anderen kaum möglich. Zahlreiche Menschen entwickeln im Laufe ihres Lebens Schlafstörungen, welche die Lebensqualität stark beeinträchtigen können. Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, Kopfschmerzen, Reizbarkeit und vieles mehr können uns das Leben ganz schön erschweren. Viele greifen deshalb bei Schlafproblemen zu Kapseln oder Pulvern, die durch erfolgreiches Marketing immer mehr an Beliebtheit gewinnen. Kurzfristig spricht natürlich nichts dagegen, sich dadurch damit hin und wieder den Schlaf zu erleichtern. Immerhin hilft dabei bereits der Placebo Effekt. Langfristig wäre es dennoch sinnvoll, die Ursachen hinter den schlaflosen Nächten zu ergründen. Diese sind in vielen Fällen psychisch bedingt.

Arten, Ursachen und Symptome

Falls Sie von Schlafproblemen betroffen sind, kennen Sie bestimmt das Gefühl, dass Sie einfach nicht zur Ruhe kommen, selbst wenn Sie eigentlich sehr erschöpft, müde und ausgebrannt sind. Die kreisenden Gedanken im Kopf sind dann unglaublich schwierig abzuschalten, besonders dann, wenn man bewusst versucht nicht zu denken – ein Teufelskreis. Viele sind entweder noch mit den Geschehnissen des Tages beschäftigt, andere wiederum sitzen gedanklich bereits wieder am Schreibtisch und gehen die bevorstehenden To-Do’s in der Arbeit durch. Es gibt aber auch Menschen, die absolut keine Ahnung und Vermutung haben, warum es ihnen so schwerfällt, selbst bei Müdigkeit einzuschlafen.  

Zeit, dem Problem auf den Grund zu gehen! Zuallererst ist es wichtig, herauszufinden, wann die Schlafstörungen begonnen haben. Gab es irgendeine Veränderung im Leben? Ein neuer Job, Probleme in der Beziehung oder mit der Familie? Seit wann besteht dieses Phänomen? Selbst kleine Dinge, die auf den ersten Blick vielleicht sogar vernachlässigbar scheinen, können eine große Wirkung auf unser Unterbewusstsein haben.

Bewusstsein und Unterbewusstsein sind nicht immer die besten Kooperationspartner. So können Schlüsselmomente, oft Trigger genannt, bereits lang vergangene Erfahrungen erneut anstoßen. Bewusst können diese Schlüsselmomente sogar an einem vorbeiziehen, unterbewusst jedoch eine sprichwörtliche Lawine an Verarbeitungsprozessen nach sich ziehen. Im äußersten Fall würde man sogar von unaufgearbeiteten Traumata sprechen. Dies kann sprichwörtlich den Schlaf rauben. Ihr Unterbewusstsein schlägt Alarm – es hat gelernt, dass diese Situation für Sie gefährlich ist und will Sie eigentlich nur warnen. In vielen Fällen stecken Ängste, Unsicherheiten oder Sorgen hinter dem Problem. Diese zu erkennen und aufzudecken kann zu einer Reise in die Vergangenheit führen.

Haben Sie bereits eine Vermutung was Sie nachts nicht schlafen lässt? Meist sind es akute oder die Zukunft betreffende Sorgen. Gehen Sie Ihrer Vermutung nach und identifizieren Sie Sorge. Arbeiten Sie diese klar heraus zum Beispiel in dem Sie sich 1-2 Stunden vor dem schlafen gehen noch einmal Stift und Block schnappen und Ihre Gedanken verschriftlichen. Gibt es in den darauffolgenden Tagen ähnliche Gedanken oder lässt sich ein Muster erkennen? Suchen Sie das Gespräch mit jemanden, der Ihnen Kraft und Halt schenkt und teilen Sie Ihre Sorge. In vielen Fällen ist bereits die Kommunikation im eigenen sozialen Umfeld sehr entlastend.

Die Wirkung von Umgebung und Bewegung auf Schlafstörungen

Lassen sich keine Muster oder Sorgen erkennen, haben Sie noch keine Vermutung was Sie nachts wach hält können Schlafprobleme auch biologischer Natur sein.

Die obere Grafik zeigt deutlich, dass ein Zusammenhang zwischen dem Alter und der ansteigenden Wahrscheinlichkeit für Schlafstörungen besteht. Ab dem Alter von 50-54 Jahren steigt die Anzahl der Betroffenen bereits auf 5%.

Wie sieht es mit Ihrem Stresslevel, Biorhythmus, körperlicher Aktivität und Einschlafverhalten aus? In welcher physischen Umgebung versuchen Sie derzeit Ruhe zu finden? Hier sind einige „Erste Hilfe“ Tipps, die es gilt berücksichtigen:

  1. Schaffen Sie für sich eine ruhige Schlafumgebung. Ein Schlafzimmer sollte dunkel, ruhig und kühl sein. Vermeiden Sie Lärm und helle Räume.
  2. Kommen Sie zu einer Schlafroutine. Moderne Smartphones können sogar dabei unterstützen und weißen Sie auf Schlafenszeiten hin und sperren den Bildschirm von selbst. Legen Sie daher regelmäßige Schlafenszeiten und Aufstehzeiten fest und versuchen Sie diese AUCH am Wochenende einzuhalten.
  3. Vermeiden Sie stimulierende Substanzen wie Koffein, Nikotin, Alkohol oder ähnliches.
  4. Mein persönlich am besten funktionierender Tipp: Schalten Sie digitale Geräte aus und lesen Sie im Bett noch ein Buch. Vielleicht nicht gerade ihr Lieblingsbuch in das Sie sich vertiefen bis in die Morgenstunden. Es sollte dennoch für Sie interessant sein.
  5. Betreiben Sie regelmäßig Sport! Körper, Geist und Seele sind eine Einheit. Ohne körperliche Ertüchtigung haben Sie sehr viel ungenütztes Energiepotenzial.
  6. Integrieren Sie Entspannungstechniken wie Yoga, Atemübungen oder progressive Muskelentspannung in Ihren Alltag

Psychotherapie und Schlafstörung

Negative Erfahrungen und Erinnerungen beherrschen unser Empfinden im Hier und Jetzt oftmals mehr als wir glauben. Die gute Nachricht ist, dass Sie diesem Dilemma nicht hilflos ausgeliefert sind. Durch gezieltes Aufarbeiten der Ängste verlieren sie an Macht über Ihr Leben und Sie werden wieder mehr innere Sicherheit bekommen. Dies wirkt sich nicht nur positiv auf den Schlaf aus, sondern auch auf das generelle Wohlbefinden. Psychotherapie kann ein bedeutender Faktor sein um einerseits den Auslösern der Schlafstörungen auf die Spur zu kommen und andererseits Methodiken zu entwickeln, die Auslöser kleiner werden zu lassen.

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