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Das Burnout-Syndrom ist eine Form der Erschöpfung, die durch längere Zeit hoher Belastung und Stress verursacht wird. Es ist gekennzeichnet durch Emotionalität, geistige Erschöpfung, einen Mangel an Energie und eine oftmals negative Haltung gegenüber dem Beruf oder Alltag. Burnout kann auch zu physischen Symptomen wie Schlafstörungen, Kopfschmerzen oder genereller körperlicher Schwäche führen. Derzeit ist Burnout noch ein Begriff, der im diagnostischen Feld bedingt anerkannt wird. Im derzeitigen ICD-10, welches zur Klassifizierung und Diagnose von psychischen Krankheiten verwendet wird, ist Burnout lediglich im Anhang erwähnt und daher nicht per se diagnostizierbar. Es gibt jedoch einige ähnliche Bezeichnungen, die von einem Fachmann oder einer Fachfrau verwendet werden, um die Symptomatik auch ordentlich festzustellen. Wenn man Burnout-Symptome bei sich beobachtet, kann es helfen, sich professionelle Hilfe zu suchen, um angemessene Unterstützung zu bekommen und einen gesunden Umgang mit Stress und Belastungen lernt.

Stress ist kein Einzelphänomen. Mindestens zwei Drittel aller Personen fühlen sich manchmal oder häufig gestresst. Untersuchungen zeigen, dass vor allem Frauen öfter an einem Burnout-Syndrom leiden, als Männer. Dieser Verteilung kann auch daran liegen, dass Burnout deutlich öfter in Pflege- oder Sozialberufen vorkommt und hier Frauen deutlich stärker vertreten sind.

1.   Die typischen und häufigsten Symptome bei Burnout sind

  • Emotionen & Gefühle: Überforderung, Erschöpfung, Frustration und Resignation, geringes Selbstwertgefühl, Wertlosigkeit und zunehmende Selbstkritik
  • Körperliche Symptome: Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Magen-Darm-Beschwerden
  • Veränderungen im Verhalten: wenig oder kein Interesse an Aktivitäten, die früher Spaß gemacht haben, Rückzug von sozialen Kontakten, schlechte Leistung.
  • Kognitive Probleme: Konzentrationsschwierigkeiten, Gedächtnisstörungen, negative Gedankenmuster.

Bedenken Sie, dass nur ein Fachmann oder eine Fachfrau eine Krankheit diagnostizieren kann. Wenn Sie unter den oben genannten Symptomen leiden, zögern Sie nicht sich Unterstützung zu suchen. Die oben genannten Symptome können auf verschiedene Themen hinweisen und sind nicht ausschließlich unter dem Begriff Burnout zu verstehen. 

2.   Was kann ich bei Burnout tun?

Viele Personen, die unter Burnout leiden, berichten von einem Moment der „Erkenntnis“. Ein Punkt an dem ihnen klar wurde, dass ihre derzeitige Lebensweise so nicht mehr weiter gehen kann, da die Kraftressourcen ausgeschöpft sind. Es ist daher wichtig, seine derzeitigen Lebensmuster zu hinterfragen und diese eventuell auch zu ändern. Vielleicht hilft Ihnen der ein oder andere Tipp:

  • Pausen einlegen: Gönnen Sie sich zwischenzeitlich einen bewussten Moment der Ruhe, je nach Möglichkeit können das Minuten, Stunden oder auch Tage sein. Diese Auszeit hilft, Ihren Körper und Geist zu erfrischen. Tja hört sich so einfach an, nicht wahr? Viele die unter Burnout leiden haben diese Grenze bei sich noch nicht erkannt und überschreiten diese fast unbewusst. Legen Sie sich einen bewussten Blocker, sei es im Terminkalender oder als Handywecker zurecht und ab diesem Punkt gibt es „no return“. Ab diesem Zeitpunkt sind nur Sie SELBST wichtig. Schenken Sie sich selbst Aufmerksamkeit.
  • Bewegung und Entspannung: Integrieren Sie körperliche Aktivitäten wie Sport, Yoga oder Entspannungsübungen wie Progressive Muskelentspannung oder Meditation in Ihren Alltag. Auch Atemübungen können Wunder wirken!
  • Schlaf: Meistens äußerst sich Burnout durch ein allgemeines Erschöpfungsdasein. Haben Sie sich schon die Frage gestellt: Arbeite ich zu viel? Stellen Sie daher sicher, dass Sie zumindest genug Schlaf bekommen, um Ihren Körper und Geist zu erholen. Bei Schlafstörungen wäre es die Frage: Was hält mich nachts wach und lässt mich nicht schlafen?
  • Soziales Umfeld: Treffen Sie Freunde und Familie. Auf jeden Fall die Menschen die Ihnen guttun! Lassen Sie den Alltagsstress hinter sich und machen Sie gemeinsam die Dinge, die Ihnen am meisten Spaß machen. Aber auch hier zählt, weniger Stress ins Leben bringen. Eine Runde Tennis mit hohem Konkurrenzdruck wird vielleicht nicht zwingend zur nötigen Entspannung führen.
  • Realistische Ziele setzen: Definieren Sie erreichbare Ziele und lernen Sie, „nein“ zu sagen, wenn Sie sich überfordert fühlen. Bei Personen, die unter Burnout Erkrankungen leiden, fehlt oft eine gesunde Abgrenzung.
  • Professionelle Hilfe suchen: Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie die Situation alleine nicht mehr bewältigen können, zögern Sie nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Ein Burnout kann sich auf unterschiedliche Art und Weise äußern und nicht jede Therapieform passt zu jedem Betroffenen. Deshalb ist es wichtig, einen Ansatz zu finden, der für Sie am besten funktioniert.

3.   Wo können Sie sich Hilfe suchen?

Es gibt verschiedene Anlaufstellen, die Ihnen bei einer Burnout Erkrankung helfen können:

  • ÄrztInnen und PsychotherapeutInnen sind oftmals die erste Wahl bei Burnout. Fachkräfte können helfen, Ihre Symptome zu verstehen und zu behandeln.
  • Selbsthilfegruppen: Gemeinsam Erfahrung mit Gleichgesinnten auszutauschen und Verständnis zu erfahren, ist für viele eine große Stütze.
  • Online-Foren: Im Internet gibt es hilfreiche Ratgeber und Foren, in denen Sie Unterstützung finden können. Selbst in sozialen Medien gibt es bereits viele Gruppen und Angebote.

Wichtig bleibt, behalten Sie Mut und sprechen darüber. Im deutschsprachigen Raum ist es leider noch immer ungewöhnlich, über seine Gefühle oder Probleme zu sprechen. Eine Untersuchung aus 2017 zeigt, dass selbst Vorgesetzte bei einer Burnout-Diagnose auch unterstützend reagieren können.

4.   Burnout im psychotherapeutischen Kontext

Diese Form der Erschöpfung äußert sich im Allgemeinen, wenn ein Kampf um ein bestimmtes Ideal erfolglos aufgegeben wurde. Sie sind erschöpft und ausgebrannt und dadurch krank geworden. Meistens geht es um eine abgelehnte Situation, in der Sie eine dauerhafte Veränderung wahrnehmen möchten, diese allerdings nicht passiert. Häufig hat dies mit dem Arbeitsplatz, in der Familie oder der Partnerschaft zu tun.

Diese Form der Erschöpfung, also Burnout, ist jedoch nicht endgültig. Es ist „nur“ ein derzeitiger Zustand, der von Überforderung, Energielosigkeit und Erschöpfung geprägt ist. Hier ist zum Glück aber nicht die Endstation! Vielleicht bewirkt diese derzeitige Zwangspause auch positive Veränderungsprozesse.

Interessant kann auch sein, in die andere Richtung zu denken. Die zur Erkrankung geführten Schritte könnten auch als eine Art Flucht in die Arbeit verstanden werden. Wovor flüchtet man sich in die Arbeit?

Mit Einsicht und einer Unterbrechung des bisher gelebten Alltags kann eine Linderung der Symptome und eine Heilung erfolgen. Zuerst kommt die Erschöpfung, dann die Ruhe und dann die Erholung.

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